Nicaragua-Konferenz 2012

Heuer wurde zum neunzehnten Mal die Nicaragua Solidaritätskonferenz abgehalten. Sie fand am 5. Mai im im Konferenzraum der SPÖ-Ottakring, Schuhmeierplatz Nr.17 unter dem Thema

Österreich – Nicaragua – Nachhaltigkeit

Am darauffolgenden Tag hielt Chica-Österreich am selben Ort von 9.30 bis 13.00 Uhr die Jahreshauptversammlung ab.

Vorbereitung und Ergebnisse

Das CHICA-Vorbereitungsteam

  • Martin Cech (Ottakring – Barrio Austria
  • Doris Kaltenbrunner (Pilsbach – El Viejo)
  • Paul Pirker (Salzburg – León), Kurt Winterstein (Wien - Condega)

Programm

10.00 – 10.15
Begrüßung durch die Gastgeber
10.15 – 10.30
Worte der Botschafterin Nicaraguas zum heutigen Stellenwert der internationalen Solidarität mit Nicaragua
10.30 – 11.45
Die in der EZA mit Nicaragua aktiven österreichischen Initiativen, Partnerschaften und Organisationen stellen in jeweils 10minütigen lebendigen Präsentationen ihre aktuelle Arbeit vor.
12.00 – 13.00
Elmer Zelaya stellt die Arbeit von CHICA-Nicaragua seit der 18. Konferenz vor (2011 – 2012)
13.00 – 14.00
Mittagspause
14.00 – 14.15
Kurt Winterstein eröffnet den Nachmittag mit einem Quiz zum Konferenzmotto
14.15 – 15.45
je 5minütige Stellungnahmen samt Diskussion zur Kohärenz einer solidarischen EZA mit dem heutigen Nicaragua von allen, die dazu etwas zu sagen haben
16.15 – 18.00
„Schwerpunktland – Adiós“ - Die Akteure der österreichischen EZA mit Nicaragua sowie Elmer Zelaya stellen die konkreten kurz-, mittel- und langfristigen Perspektiven der Zusammenarbeit mit ihren Koordination der Städtepartnerschaften und EZA-Initiativen von Österreich mit Nicaragua

Ergebnisse

Protokoll

Im folgenden eine leicht redigierte Version des Protokolls.

  • Begrüßung durch Sonja Ramskogler (Vorsitzende von der Bezirkspartnerschaft Ottakring – Barrio Austria)
  • Worte der Botschafterin Isolde Miranda Frixiones (Präsentation)

Berichte der EZA Initiativen

Martin Cech - Ottakring
diverse Veranstaltungen in Österreich haben Projektideen in Barrio Austria verwirklicht (Finanzierung von Schuluniformen mit Unterstützung der Modeschule Herbststraße, Renovierung von 9 Häusern, Modernisierung der Casa Comunal, Planung von verbesserten Ziegeldächer eventuell auch Photovolaikanlage (Kostenvoranschlag wird von Elmer erstellt)
Ali Kohlbacher – ALBA Austria
Standpunkt zur Solidarität mit Nicaragua vorgetragen
Barbara Breidenbach – Salzburg
Schulpartnerschaften (Reparaturen an Schulgebäuden, Stipendienprojekt (USD 12.000 für 2012, 28 Stipendiaten), Klessheim (je 2 junge Nica pro Jahr), Radioprojekt zw. Schule in Salzburg und Léon; Hauptprojekt: Loro Trips – Tourismusprojekt, 50 % ADA-Finanzierung für 2012 und 2013 www.lorotrips.com
Gerhard Kovatsch – Nord-Süd-Kooperation
NRO, Kooperationen mit Gemeinden, derzeit mit 9 Gemeinden in Masaya, im Bereich der Jugendarbeit. Zukunft: Nica-Weihnachtsmarkt in Wien für 1 Woche
Christian Kelz – Bürmoos
2011 -> 25-Jahr-Feier, Bürgerreise; Ziel: Bildung und Gesundheit für die Kinder von El Platanal; Renovierung vom Schulgebäude, neue Schultafeln, Errichtung eines Gesundheitsposten, neuer Brunnen, Schulfrühstück,
Georg Lehner, Fritz Schwarz – Linz
Müllentsorgung, Errichtung der Markthalle, Projekt „Malunterricht“, Errichtung der sanitäre Einrichtungen in der Schule, Kläranlage, Funk, Trinkwasser, Wiederaufforstung. Alle zwei Jahre eine Konferenz der Partnerstädte mit San Carlos; letzte Bürgerreise im Dezember 2011; Verbesserung der Wasserversorgung; Thema „Nicaragua“ bei den Spanischlehrern in Oberösterreich nähergebracht – Unterlagen dazu unter http://www.magma.com.ni/~jorge/Spanischseminar_20120320/
Christa und Kurt – BrigadistInnen
La Fraternidad http://www.fraternidad.at, 50 % KoFinanzierung durch ADA, lokale Organisation, um den Ausstieg aus der Hilfe darstellt, da jeder ein Ablaufdatum hat -> Nachhaltigkeit, Kooperation mit der Gruppe aus Ansfelden,
 
Gerhard Elsigan – Ansfelden
Beteiligung an der Finanzierung für Infrastrukturprojekte,
Karl Gruber – Nicaraguahilfe Pilsbach
Reparatur der Brunnenanlage in Oro Verde und der Funkanlage, Trinkwasserversorgung für Managuita (El Viejo) ca. USD 12.000,00; Containlieferungen mit medizinischen Geräte, Spitalsbetten, Rollstühle etc. http://www.nica-pilsbach.at Spendenbegünstigter Verein
Werner Hörtner – Nicaraguanachrichten
seit 1986, leichter Rückgang der Abonnementen, sehr erfreuliche Zahlungsmoral der Abonnementen; Wünschenswert eine engere Verbindung der Solidaritätsgruppen mit den Nicaraguanachrichten; einzelne Gruppen bei ihren Mitgliedern für die Nicaraguanachrichten wirbt; Reiseberichte auch wünschenswert; auf Wunsch kann auch gerne ein Probeheft zugeschickt werden; Doppelnummer im Mai im Anschluss an diese Konferenz, Auflage derzeit stabil um 350.
Braunau/Bruno
Volumen 200.000 EUR Schulprojekt: Kühlung, mit Brunnenwasser kühlen; HTL-Schüler werden an der Schule mit anschließendem Zivildienst tätig sein. Laufende Versendung von Container, wo Material geschickt wird, das die Schüler vor Ort verwenden. Im Juli Reise mit 12 Lehrer – unter einfachsten Bedingungen um das Land bestmöglich authentisch kennen zu lernen.
Florian/Rhizom Graz
Ursprünglich Brigaden-Tätigkeit, aktuelles Projekt „Desde aqui“. Einsatz von Pestiziden auf Bananenplantagen in den 70er und 80er Jahren mit schweren gesundheitlichen Folgen. Zusammenarbeit mit Künstler aus Nicaragua, Veranstaltungen in Graz. In Buch sind Inhalte dieser Initiative zusammengefasst.
  • Kurt´s Nica-Quzi
Diego Santos - Horizont3000
2012 hat sich das Nicaragua-Budget aufgrund von Einzelfaktoren mit der ADA auf 4,7 Mio. EUR ausgeweitet, für 2013 sind rd. 3,4 Mio. EUR geplant. Aus seiner Sicht liegt die Zukunft stark bei EU-Kofinanzierungen, seitens ADA ist nicht viel zu erwarten. ADA war offensichtlich auch nicht in den Verlust des Schwerpunktland-Status Nicaraguas des Außenministeriums eingebunden.

  • Mittagspause

Elmer Zelaya – CHICA Nicaragua:

Zur Kohärenz einer solidarischen EZA mit dem heutigen Nicaragua

Stellungnahmen

(Anmerkung ~jorge: tlw. schriftlich und/oder in Abwesenheit)

Stellungnahme von Leo Gabriel
„Ende ein Ära“ (Tod von Thomas Borge und nahes Ende von Hugo Chavez) und „Scheinrevolution“:
wir sollten (1) .mithelfen, eigenständige demokratische Strukturen zu schaffen, wie sie innerhalb der FSLN gerade in letzter Zeit bei den so genannten movimientos contra el dedazo gegen die von oben eingesetzten KandidatInnen bei den Kommunalwahlen im November aufgetreten sind; (2) den Kampf der indigen Bevölkerung für ihre Autonomie nicht nur an der Atrlantikküste, sondern auch an der Pazifikseite, im Zentrum und im Norden Nicaraguas unterstützen; (3) mithelfen in den Sektoren der Bildung, Gesundheit und vor allem der Wirtschaft an der Graswurzel echte Alternativen zum auch in Nicaragua vorherrschenden kapitalistischen, umweltzerstörerischen System hervorzubringen.
Stellungnahme von Werner Hörtner
unvollständig
Stellungnahme von Gerhard Kovatsch
Kritisiere den Verlust unserer politischen Position, Solidaritätsgruppen: was sind wir? Eine Sammlung von Projektträgern, eine Städtepartnerschaft

Diskussion

Ali
Nicaraguanachrichten – hinterfragen der Objektivität der Quellen;
Diego
derzeit gibt es 2 Nicaraguas; Pragmatismus – Idealismus/Revolution
Elmer
Erklärt gute, bedenkliche und negative Entwicklungen in der nicaraguanischen Politik.
Gerhard Oblasser
Hilfe nicht abhängig, dass Präsident auch von der FSLN ist; Menschen in Partnerschaft erhoffen sich weiterhin Unterstützung. Behandlung der FSLN-Bürgermeister von Managua und Leon problematisch; Kritik muss angebracht sein.
Christa
Freude über Wahlsieg, getrübt durch offensichtlichen Betrug. Stellt die Frage in den Raum, warum R. Murillo, wenn sie viel Einfluss in die Politik des Landes hat, so negativ gesehen wird.
Werner Hörtner
Hatte ursprünglich Sympathie gegenüber NMS, hat aber in der Zwischenzeit jegliche Wertschätzung verloren, stellt keinerlei Alternative dar.
Bruno Plunger
Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht die politische Richtung.
Achim Danninger
politische Diskussionen im Rahmen der Nicaragua-Konferenzen Zeitverschwendung; für die „jüngere Garde“ hat nicht die politische Richtung die große Bedeutung für deren Unterstützung.
Elmer
erläutert die aktuelle politische Stimmung nach dem Tod Tomás Borges. In Nicaragua ist die Verfassung „für das Volk“, unabhängig, welche politische Richtung die jeweilige Region regiert. Gesetzesbeschlüsse erfolgen im Konsens, Grenzstreitigkeiten mit Costa Rica hat alle nicaraguanischen Politiker vereint. Diskussion/Streit mit Kolumbien zu den San Andres Inseln sollte dieses Jahr geklärt und beseitigt werden.

Perspektiven der EZA-Initaitiven

Karl
auf Nationale Ebene, alle Kräfte mobilisieren und Entschlossenheit zeigen, damit Nicaragua wieder ein Schwerpunktland der EZA ist; damit auf die Soli- Initativen nicht vergessen wird, damit die EZA in Österreich nicht vergessen wird.
Ali
die Mittel sind begrenzt, die Mittel sind wieder aufzustocken, ansonsten wird es anderen Ländern weggenommen, das ist nicht sehr solidarisch.
Paul
Präsentation von ADA-Tante zur weiteren Zukunft von Nicaragua erhalten; ADA-Tante wird von Ergebnis der Nica-Konferenz unterrichtet; können wir (Soli-Gruppen) druck über die Bürgermeister auf die ADA ausüben.
Karl
konzeptiveres Vorgehen, Schulterschluss;
Elmer
Abschlussakt mit Wallner; Elmer hat die Solidaritätsgruppen erwähnt:
Gerhard
Zusammenspiel von ADA und der politischen Position; politische Unterstützung notwendig um mit ADA umzugehen.
Kurt
wo sind wir gut? Solidaritätsgruppen.
Ali
grundsätzl. schlechte Position, „wir scheissen auf den Norden, es wird die Süd-Süd-Kooperation“